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Vom Keller ins Haus Gottes PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von Martina Nattermann   
28.09.2005
Rund 200 Mitarbeiter von Jugendkirchen kamen drei Tage lang bei Tabgha zusammen. In Workshops und Vorträgen ging´s um die Zukunft von Jugendkirchen.
KIRCHE / Die evangelischen und katholischen Jugendkirchen Deutschlands wollen ein Netzwerk gründen: Ein dreitägiges Symposion bei Tabgha hat dazu Vorarbeiten geleistet.
"Vor 20 Jahren gab´s in den Gemeinden Jugendkeller, inzwischen hat die Jugend ihren Platz sehr viel mehr im Haus Gottes als im Keller der Gemeinde", formulierte es Michael Freitag von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Deutschland (aej): Um Konzepte und Zukunft von Jugendkirchen ging es von Sonntag bis gestern bei einem ersten bundesweiten ökumenischen Symposion in der Jugendkirche Tabgha. Rund 200 Mitarbeiter von evangelischen wie katholischen Jugendkirchen aus ganz Deutschland waren in Buschhausen zusammengekommen, um Erfahrungen auszutauschen und damit zu beginnen, ein Netzwerk zu spinnen.
Christlich fundierte Antworten geben
Sind Jugendkirchen innovativ? war die Leitfrage der Tagung, die von aej, der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und Tabgha veranstaltet wurde. "Kein anderes kirchliches Arbeitsfeld ist derzeit so innovativ in der Konzeptbildung wie die Jugendkirchen", konstatierte Christian Scharn-berg (afj) gestern zum Abschluss. Die wichtigste Neuerung, die sich durch die Jugendkirchen ergeben habe - rund 80 Projekte unterschiedlicher Ausprägung sind inzwischen in Deutschland gelistet - sei, dass Kirche Jugendlichen einen Raum öffne, den sie mitgestalten und wo sie auf ihre Lebensfragen christlich fundierte Antworten bekommen können, so Freitag. Trotzdem dürfe man die Jugendarbeit in den Gemeinden nicht aufgeben: "Es darf nicht der Ausverkauf der Jugendarbeit vor Ort sein", stellte er klar.
Mit Blick auf die mehr als schwierige finanzielle Lage der Kirchen appellierte Oliver Heck (Tabgha): "Es wäre kurzsichtig, nicht in Jugendarbeit und Jugendkirchen zu investieren - denn da lohnt es sich. Wenn wir als Kirche es nicht mehr schaffen, uns Jugendlichen in einer Form anzubieten, die ihrer ästhetischen Lebenswelt entspricht, werden wir irgendwann nicht mehr vorkommen", mahnte er.
Und die Sehnsucht Jugendlicher nach spiritueller Erfahrung sei groß, waren sich alle einig: "Aber wir müssen uns dabei auf unsere Stärken besinnen, ihnen Gotteserfahrung bieten, keine Discos, die andere besser machen können", so Freitag. Bis Ende des Jahres hofft man, einen konkreten Vorschlag entwickelt zu haben, wie ein effektives Netzwerk entstehen kann. Für Ostern ist die Gründung angedacht.
27.09.2005  von Martina Nattermann


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