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Es lohnt sich, in Jugendkirchen zu investieren PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von Friederike Rosengarten, aej   
13.12.2005
Jugendkirchen-Projekte planen bundesweites ökumenisches Netzwerk
Die evangelischen und katholischen Jugendkirchen-Projekte in Deutschland wollen ein ökumenisches Netzwerk gründen. Eine entsprechende Initiative starteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des bundesweiten Symposiums »Innovation Jugendkirche« am 27. September zum Abschluss ihrer Tagung in Oberhausen. Weiter gearbeitet werden soll unter anderem an inhaltlichen Kriterien und Qualitätsstandards für den Begriff »Jugendkirchen« und den räumlichen und (pastoral-)pädagogischen Konzepten von Jugendkirchen.
Christian Scharnberg, Referent für Jugendpastoral in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), sagte in der abschließenden Pressekonferenz, kein kirchliches Arbeitsfeld sei derzeit so innovativ in der Konzeptbildung wie die Jugendkirchen. Die wichtigste Neuerung durch die Jugendkirchen ist nach Ansicht von Michael Freitag, Referent für Theologie, Bildung und Jugendsoziologie der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (aej), dass Kirche den Jugendlichen einen Raum öffne, den sie mitgestalten und wo sie auf ihre Lebensfragen christlich fundierte Antworten bekommen können. Mit Blick auf die schwierige finanzielle Lage der Kirchen appellierte Oliver Heck von der katholischen Jugendkirche TABGHA (Oberhausen): „Es lohnt sich, in die Jugendarbeit und Jugendkirchen zu investieren."
Das Symposium »Innovation Jugendkirche« hatte am Sonntag in der katholischen Jugendkirche TABGHA in Oberhausen mit Grußworten des katholischen Jugendbischofs Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) und des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), begonnen. In seinem Hauptreferat hatte der evangelische Theologieprofessor Dr. Ulrich Schwab (München) die Anerkennung von Jugendkirchen als »legitimes Konzept« einer Jugendarbeit gefordert, die konsequent bei den Jugendlichen selbst ansetzt. Gemeinsam sei den verschiedenen Modellen von Jugendkirchen, dass sie ein spezifisches, jugendkulturell geprägtes Angebot für Jugendliche einer Region machen.
Solche Zentren könnten Gemeinden auch entlasten, ergänzte Schwab in einem der 13 Workshops. Jugendkirchen sollten jedoch auf die Vernetzung mit anderen Angeboten der Jugendarbeit achten. Bei der Planung von Jugendkirchen sollten die Gemeindepfarrer am Ort frühestmöglich mit eingebunden werden, um ihnen Chancen aufzuzeigen und Ängste vor einer Abwanderung der Jugendlichen zu nehmen.
Christian Scharnberg von der afj benannte als Zielgruppe vor allem die »kirchenfernen« Jugendlichen, die sich aber in den Jugendkirchen mit den bereits kirchlich Engagierten mischten. Jugendkirchen sollten in Kirchenräumen „ganz klar spirituelle Angebote“ machen, die in der Form von Events strukturiert sind. Vertreter evangelischer Freikirchen relativierten die Bedeutung des Kirchenraumes gegenüber einem Angebot glaubwürdiger Personen, die „einen guten Draht zu Gott und zu den Jugendlichen haben.“
Der katholische Theologe Hans Hobelsberger (afj) benannte in einer Auswertung der Workshops die Frage des Begriffs von Jugendkirche als ungeklärt. Er dürfe nicht endlos ausgeweitet werden, die unterschiedlichen Konzepte seien stärker zu profilieren. Matthias Sellmann von der Katholischen Sozialethischen Arbeitsstelle (Hamm) riet vor dem Hintergrund des veränderten Kommunikationsverhaltens Jugendlicher dazu, religiöse Inhalte stärker über Symbole zu vermitteln.
Veranstalter des Symposiums »Innovation Jugendkirche« waren die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (aej), die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und die katholische Jugendkirche TABGHA Oberhausen. Bundesweit gibt es derzeit an die 80 solcher Projekte, die sich in Musik, Raumgestaltung, Gottesdienst und Aktionen an der modernen Jugendkultur orientieren. An der Tagung hatten rund 200 Aktive aus Jugendkirchen-Projekten der katholischen Kirche und der evangelischen Landes- und Freikirchen teilgenommen.
Friederike Rosengarten, aej
Infos:
www.evangelische-jugend.de




 
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